Wir gehen von der wissenschaftlich gestützten Erkenntnis aus, dass auch das geschädigte Gehirn noch plastisch ist und Lernen und Weiterentwicklung grundsätzlich, wenn auch individuell eingeschränkt, möglich sind. Wir wollen den Bewohnern optimale, an neuesten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen orientierte fachkundige Pflege, Betreuung und Förderung zuteil werden lassen, damit die eingeschränkten Anpassungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft werden können.

Die Neuropsychologen unserer Pflegeeinrichtung folgen in ihrer Arbeit den Prinzipien der neuropsychologischen Therapie und beziehen das Pflege- und Betreuungspersonal in die Therapieplanung und -umsetzung ein. Auf der Grundlage neuropsychologischer Diagnostik entwerfen sie einen individuellen Behandlungs- bzw. Betreuungsplan, der alle wichtigen neuropsychologisch-therapeutischen Aspekte (restitutive, kompensatorische und integrative) enthält, und stimmen ihn mit den Pflegeplanungen ab. Zudem werden sinnvolle Unterstützungsmaßnahmen entwickelt, in die man gegebenenfalls auch Angehörige mit einbezieht.

Die auf dem Behandlungsplan basierenden Anweisungen werden von allen Pflege- und Betreuungskräften verlässlich umgesetzt. Unterstützt werden sie in ihrer Arbeit durch neuropsychologische Supervision. Dabei geht es vor allem darum, wie die Aktivitäten des Bewohners unterstützt werden können, wie sich die Pflege- und Betreuungspersonen verhalten und welche Art der Beziehung sie mit dem Bewohner eingehen. Wichtig ist uns hierbei auch die Einbeziehung psychotherapeutischer Aspekte.

Die Neuropsychologen übernehmen darüber hinaus persönlich neuropsychologische Therapieanteile wie z.B. Einzel- oder Gruppentherapie für verschiedene neuropsychologische Störungsbereiche und die nötige psychotherapeutische Unterstützung der Bewohner. Und weil Angehörige bei der Anpassung an die Folgen der Erkrankung in aller Regel der Unterstützung bedürfen, bezieht man sie in die Zielfindung und Behandlung der Bewohner mit ein.